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Die Erarbeitung von Ortsfamilienbüchern stellt zweifellos die bedeutendste Leistung der mitteleuropäischen Genealogen dar. Bisher haben die Familiengeschichts- und Heimatforscher Bücher von mehr als 2000 Gemeinden des deutschsprachigen Raumes drucken lassen, eine ähnlich große Zahl dürfte bereits in Form von Dateien, Familienkarteien oder handgeschriebenen Familienbüchern vorliegen und früher oder später gedruckt werden, tausende weitere Gemeinden sind noch unbearbeitet. Neben dem unmittelbaren Ertrag für die Familien- und Lokalgeschichte ist jedes neue dieser Bücher ein Baustein, mit der die Vision einer Sozial-, Wirtschafts- und Bevölkerungsgeschichte des historischen deutschen Siedlungsraumes auf der Grundlage von repräsentativen Stichproben aus einer großen Zahl von Ortsfamilienbüchern verwirklicht werden kann.
Die allermeisten Ortsfamilienbücher befassen sich bisher mit Dörfern jeder Größe. Für kleine oder mittlere Städte sind bisher nur sehr wenige solcher Bücher gedruckt worden. Desto verdienstvoller dieses vom Stadtarchiv Wiesloch herausgegebene Buch mit insgesamt 8451 Familien. Die zwei Bände sind auf sehr übersichtliche Weise einspaltig bedruckt. Im A4-Format zweispaltig hätte man alles in einem Band untergebracht, aber das soll nur eine Randbemerkung sein und keine Kritik.
Voraussetzung für eine spätere wissenschaftliche Auswertung ist eine entsprechende Qualität der gedruckten Bücher. Während bei Ortsfamilienbüchern der 1. Generation, wie dem hier vorliegenden, die Kirchenbücher vollständig ausgewertet werden, streben Bücher der 2. Generation die Totalauswertung aller personenbezogener Quellen an, also auch der Steuerlisten, der Handelsbücher usw. Wenn die Pateneinträge der Kirchenbücher zusätzliche Informationen enthalten, dann können oder sollen sie ausgewertet werden, wie das in Wiesloch erfolgt ist.
Wenn es noch Kritik gibt, dann meist an der Gestaltung der Register. Aber dieses Buch erfüllt zwei, eigentlich elementare, Forderungen: Im Verzeichnis der Familiennamen sind auch ältere Schreibweisen mit aufgeführt. Und für die Geburts-Familiennamen der Ehefrauen, die ja nicht in der alphabetischen Ordnung der Ehemänner stehen, gibt es ein zusätzliches Register. - Im Ortsverzeichnis sind die Orte leider nicht mit dem Familiennamen kombiniert worden oder umgekehrt auch die Familiennamen nicht mit den Orten. Bei solcher Kombination fände man dann nämlich, was man sucht, da ja keiner unter 1500mal Heidelberg nachschlagen wird, wie die Verfasser richtig bemerken.
Bei dem OFB Wiesloch handelt sich um eine überragende Fleißarbeit des Verfasser-Ehepaars Gaberdiel, zu einem für diesen monumentalen Umfang und Inhalt angemessenen Preis.
Rezension von Volkmar Weiss am 2. Februar 2016 bei Amazon.de.