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Das Buch ist, wie es im Vorwort des Verfassers angekündigt, ein erster Band zum Projekt „Ubstadter Einwohner vor 1699“. Dieses Projekt ergibt sich in Ubstadt wie in vielen vergleichbaren Orten am Oberrhein aus dem Umstand, daß die Kirchenbücher hier erst nach den Zerstörungen durch die Franzosen um 1700 zögerlich einsetzen – ebenso wie eine größere Bevölkerungsbewegung. Manche weitere Quellen ermöglichen jedoch, die Bevölkerung auch vor 1700 zu erfassen: Volkszählungen, Renovationsakten, Schatzungsbücher usw. Am Ende des Buches wird ein detaillierter Überblick über diese Quellen gegeben und auch schon die Liste des Gemeinen Pfennigs von 1495 transkribiert. Vor allem die Nachlassakten im Generallandesarchiv Karlsruhe stellen eine wichtige Quelle dar. Reiner Brecht hat nach erstem Suchen nach eigenen Vorfahren unter Auswertung des vorzüglichen OFB Ubstadt von Herbert Beyer (2007, vgl. Genealogie Jg. 58, 2009, S. 566) dankenswerter Weise den Schluß gezogen, für alle Ubstadter Familie um und vor 1700 die Akten zu bearbeiten, weil er nur auf diese Weise eine vollständige Auswertung der Quelle garantieren konnte. Von 263 Akten werden die Nachlassenden und dann einzeln ihre Angehörigen benannt, die entsprechenden Angaben exzerpiert und Verweise auf das OFB bzw. weitere Literatur geboten. Die in einer großen Tabelle gebotenen Angaben stellen also drei Teile dar: ermittelbare Daten des Nachlassenden und seiner Angehörigen, Vorgänge, die die Angehörigen betreffen und Einordnung in das OFB. Da Familien und Personen in mehreren Akten vorkommen, bisweilen aber auch vorkommen und keine eigene Akte haben, bildet der Verf. zusätzliche Tabelleneinträge. Insgesamt sind auf diese Weise 308 Familien oder sehr selten Einzelpersonen behandelt, davon sind 215 im OFB erwähnt. Aus den gleichen Gründen besitzt das Buch kein Personenregister, vielmehr in Kapitel 3 ein Referenz-Nachweissystem. Hier werden alle „Familienhäupter“ nach dem Familiennamen alphabetisch aufgelistet, alle Nachlassakten angegeben, in denen die Person vorkommt, eine Referenz auf das OFB geboten und die Orte angegeben, die in der Nachlassakte genannt sind. Hier sind auch solche Orte angegeben, die nicht in der Tabelle verarbeitet wurden, etwa Wohnorte von Schwiegervätern. Auf diese Weise ergeben sich Angaben zu mehreren Personen u.a. aus den folgenden Familien: Augusto, Bach, Beißmann, Berger, Bäumle/Beumle, Beyer, Beyerle, Brackenheimer, Brandstetter, Brecht, Degler, Dobler, Eicher, Eiser, Engelhardt, Falk, Faust, Frevele, Früholz, Geiler, Geither, Gollinger, Grueben, Gut, Guthlandt, Gutsch, Heeger, Huber, Hummel, Kandler, Keller, Kernle, Kiefer, Kirstein, Klein, Kneller, Koch, Köhler, Lang, Leibel/Laible, Mehle, Metern, Metternich, Metzger, Meyer, Michaelis, Mittern, Niederbühl, Ramp, Sauer, Schaadt, Sauermann, Scheuermann, Schmidt, Schwander, Simon, Speckert, Stengel, Streb, Streicher, Thome, Vögele, Wahl, Weiler, Weingärtner, Werner, Zwickel. Das Buch zeigt mit seiner präzisen Quellenauswertung den hohen Wert einer solchen an der Quelle orientierten Arbeit für die Personengeschichte. Man darf gespannt sein, wie die Rekonstruktion der Familien der Einwohner von Ubstadt weiter voranschreitet.
Lupold v. Lehsten in: Genealogie. - 62. 2013, 1. - S. 473 - 474.