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Der Herausgeber der Reihe, Dr. Frank Reinhold, hat sich entschlossen, die einzelnen Autoren nicht in ein vorgefaßtes Schema zu pressen, sondern die oft schon seit Jahren vorliegenden Manuskripte nur mit geringen Änderungen und Ergänzungen drucken zu lassen, um so die Ergebnisse erst einmal zu sichern. Eine verständliche Vorgehensweise, bei der die Vorteile gegen die Nachteile abgewogen wurden. So kommt es, daß Tüttleben in tabellarischer Form gedruckt worden ist, ohne Numerierung der Familien und ohne Verknüpfung durch Familiennummern. Gewiß so kein Vorbild für weitere Arbeiten, aber damit in einer Form, in der auch die ursprünglichen Familienregister in verschiedenen Landeskirchen, so auch in Sachsen-Weimar-Eisenach seit 1822, geführt worden sind.
Das Manuskript von Pahnstangen wurde bereits in Heft 3/1997 von "Familie und Geschichte" kritisch besprochen. Um so mehr ist jetzt die erfolgte Drucklegung zu begrüßen. Daß sich die Daten in Stammreihen- bzw. Tabellenform viel dichter packen lassen als in der Stammtafelform von Pahnstangen, beweist schon die bloße Relation der Familienzahlen in Tüttleben und Pahnstangen zu den Seitenumfängen der Bücher.
"Die Bücher der ‘Volksgenealogie’ werden zwar nicht wie andere Bücher bei ihrem Erscheinen von Anfang bis zum Ende gelesen werden, aber man wird nach diesen Büchern auch nach hundert und mehr Jahren greifen," schrieb Konrad Brandner 1920 im Vorwort seines in Ortsfamilienbuches Weichselboden/ Steiermark. Bereits 1922 kann Brandner dann berichten: "Es haben sich verschiedene Stimmen aus ... Bayern und Sachsen gemeldet, die sich für dieses Unternehmen interessieren" (mehr dazu in: Genealogie 47. Jg. (1998) S. 65-87). Wenn jetzt, ein Dreivierteljahrhundert später, das regelmäßige Erscheinen von Ortsfamilienbüchern in Mitteldeutschland angezeigt werden kann, dann erinnert das den Rezensenten an einen Ausspruch von Nietzsche, "daß die Größe mancher Gedanken an den Zeiträumen zu messen sei, die zu ihrer Verwirklichung gebraucht werden."
Volkmar Weiss, in Familie und Geschichte 7. Jahrgang (1998) S. 141-142