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Stangengrün

Gündel, Johannes: Stangengrün. Genealogische Entwicklung einer Bauerngemeide im Kreis Zwickau/Sachsen 1460-1800. Neustadt/Aisch: Degener 1988 (= Schriftenreihe der Stiftung Stoye, Bad 17/18) 24 x 16,5 cm, 421 Seiten, Broschüre

Mit diesem Ortsfamilienbuch über 1556 Familien, der zweifellos bisher besten je erschienenen Arbeit über die Einwohner eines sächsischen Dorfes, hat der Verfasser seiner Heimatgemeinde und sich selbst ein Denkmal gesetzt. Mit der Verknüpfung der Daten aus Kirchenbüchern mit denen aus Gerichtshandelsbüchern und Steuerlisten eine Leistung, die Hochachtung verdient. Aber selbst eine Spitzenleistung wie „Stangengrün“ läßt Wünsche offen. Daß der Verfasser den zu Stangengrün gehörenden Amtsanteil Wildenau der Kirchgemeinde ausgeklammert und die Arbeit zeitlich bis etwa 1800 beschränkt hat (die Daten liegen ihm bis zur Gegenwart vor), war ein weiser Entschluß in hohem Lebensalter, denn sonst wäre es ihm vielleicht nicht gelungen, die Arbeit bis zu einem druckreifen Manuskript zu bringen.

Sehr bedauerlich ist hingegen, daß die Kaufpreise der Häuser und Güter aus dem Manuskript bei der Bearbeitung durch die Stiftung Stoye gestrichen wurden. Was sollen nun 2400 Quellenverweise auf Seiten in Gerichtshandelsbüchern mit Standort Staatsarchiv Dresden, wenn man die Besitzerfolgen auf den Gütern und Häusern und die Kaufpreise gleich hätte mit drucken können? Die Quellenlage für Stangengrün war so außerordentlich günstig und die Gündel vorliegenden Daten so detailliert, daß die beigefügte Liste über die Größe (in ha) der Güter nur ein mäßiger Trost für Weggelassenes ist. Moderne Genealogie verlangt mehr als bloße Friedhofsdaten. Aber wer fährt nun extra in das von Benutzern überquellende Staatsarchiv nach Dresden, nur um dort die Kaufpreise der Güter für seine Ahnenliste nachzulesen und nachzutragen? –

Sinnvolle Register erschließen die Arbeit sehr vielseitig. Bei den nach auswärts heiratenden Kindern bzw. ihren Ehepartnern fehlen leider meist Angaben zu Beruf und Stand, sowohl der eigenen als auch Daten zu den jeweiligen Schwiegereltern. – Bei den benützten Archiven wird zwar das Pfarramt Stangengrün mit aufgelistet, aber mit keinem Wort erwähnt, daß der Verfasser dort bereits eine Kirchenbuchverkartung auf Familienblättern vorfand, die Ewald Rannacher angefertigt hatte.

Volkmar Weiss, in Genealogie in der DDR, Heft 2 (1990) S. 142-143

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