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Rheinsheim

Dieter Haas, Familien und Sippen in Rheinsheim 1692-1910. (DOS Reihe Bd. 447; Badische Ortssippenbücher Br. 135). Philippsburg: Autor [hassedieter (at) t-online.de], 2009, geb., 802 S., ISBN keine.

Rheinsheim liegt an einer alten Rheinschleife und ist heute ein Ortsteil von Philippsburg. Aus Rheinsheim stammen manche Sandlieferanten und Mitarbeiter der Eisenbahn, aber vielleicht auch die Familie von Fußball-Bundestrainer Sepp Herberger. Dessen Vater Joseph Herberger, 1856-1909, stammte aus dem Rheinsheim benachbarten Ort Wiesental. Insgesamt hat der Verf. nach dem OFB Philippsburg für Rheinsheim 11.759 Personen erfaßt und in 3018 Familienartikeln sehr übersichtlich aufbereitet. Diese Artikel sind wie üblich nach (standardisierten) Zunamen und Heiratsdatum sortiert. Paten werden keine angegeben, aber dafür finden sich Register für Namen, Orte, Berufe. Die Kirchenbücher beginnen erst nach der Katastrophe der französischen Verheerungen 1694 bzw. noch später und sind zunächst auch wohl unvollständig. Die Darstellung endet zeitlich gesehen theoretisch bei den Personen, die bis zum 31.12.1910 geboren waren, Ausnahmen erfreuen den Suchenden. Die kopfstarken Familien in Rheinsheim waren die Bäum (Beym, Baym, Beim, Bam, zuerst mit Johann Gerhard Bäum in R., S.d. Johann Valentin Bäum, ein Wagner aus Gerenroda im Eichsfeld), Bauer (Hufschmiede), Brecht, Debatin (aus Hambrücken, seit 1754 in R.), Dirolf (Thyrolf, Tyrolf, Tirolf, aus Knaudenheim), Füger (Senatoren), Herberger (auch Kirchensteuerheber), Hormuth, Horwedel, Markstein (aus Knaudenheim, um 1705 in R.), Rau (Senatoren), Rothenberger (Senatoren), Scheuer (aus Bergzabern, 1722 in R.), Schneider, Stisi (aus Rheinzabern, 1743 in R.), Weinmann, Werle (aus Mingolsheim ca. 1830), Zimmermann (Senatoren, Gastwirte), Zollinger (beginnend mit dem Anwalt Conradus Zollinger, + R. 2.4.1703, und seinem Sohn Anselm Casimir Wilhelm Zollinger, 1702-1752).

Von den Pfarrern wird leider nur sehr wenig mitgeteilt. Überhaupt behandelt werden Eduard Fahrländer (1848-1903, aus Ettenheim, 1900-1903 Pfarrer in Rheinsheim), Oskar Frey (1893-1958, wohl aus der Lehrerfamilie Frey, 1933-1958 Pfarrer in Rheinsheim, Geistlicher Rat, Ehrenbürger), Eucharius Hoffmann (ca. 1758-1824, Dekanatsverweser, Pfarrer in Rheinsheim), Gregor Linz (+ Rheinsheim 1844, 73 J. alt, Pfarrer in Rheinsheim), Joseph Morgenstern (* Landshausen 1832, + Rheinsheim 1897, Pfarrer in Rheinsheim), Joseph Ohling (1810-1867, Pfarrer in Rheinsheim), Ambros Schmith (1798-1866, Pfarrer in Rheinsheim), Pfarrverweser Emil Leist (ca. 1840-1880). Immerhin werden 50 Pfarrer im Vorwort aufgeführt, für das 17. Jahrhundert seit 1692 nur der Karmelit Pater Heribert, der Franziskaner Pater Friedricus Zörn, Pfarrer Thomas Ropp, Pfarrer Jacob Metzger. Einige genealogische Daten bieten die Lehrer, von denen die Schulmeister waren: Johann Becker (* Untergrombach um 1728, Schulmeister); Johann Gottfried Braun, (Schulmeister, S.d. Schulmeisters Johann Georg Braun in Hockenheim, verh. Rheinsheim 20.11.1730 mit Maria Apollonia Hormuth); Philipp Jacob Gäng (* Knaudenheim 1717, + Huttenheim 23.5.1776, Schulmeister, verh. Knaudenheim 29.1.1742 mit Anna Christina Weick; verh. II. Knaudenheim 4.11.1749 mit Maria Elisabeth Bock, = S.d. Salomon Gäng, Bruder des Johann Jacob Gäng, 1717-1768, Gastwirt, Bürgermeister in Oberhausen); Bernhard Facies (um 1700-1750, Schulmeister in Rheinsheim, Sohn: Andreas Facies, Schulmeister); Andreas Facies (1727-?, Schulmeister, verh. Rheinsheim 14.1.1749 mit Maria Sibylla Cammerer, 1730-1788); Simon Leidner (* 1769, aus Germersheim, Schulmeister in Rheinsheim, verh. mit Elisabetha Staudenbauer); Johannes Franz Stein (* 1690, Schulmeister, S.d. Georg Stein, Schulmeister in Oberöwisheim, verh. I. Rheinsheim 3.11.1715 mit Maria Christina Erlacher, verh. II. ca. 1726 mit Maria NN.); Peter Viglis (* Mönchzell 8.1.1831, Schullehrer, verh. I. Rheinsheim 1856 mit Helena Bauer, verh. II. um 1874 mit Bernhardina Schmidt); Johann Georg Würtzburger, (* ca. 1733, S.d. Georg Würtzburger, Prätoris u. Schulmeister in Unterbach, verh. Rheinsheim 19.6.1758 mit Maria Judith Achten, T.d. Johann Nicolai Achten). Zu den Schultheißen bzw. zur Kommunalverwaltung gehören Johann Wendelin Brecht (1715-1769), Johann Jakob Brecht (1741-1823), Johann Wendelin Rau (+ 1758, Senator), Johann Adam Rau (1726-1776, Anwalt, Schultheiß), Martin Wittmann (aus Knaudenheim, + Huttenheim 1757, Anwalt, Senator, Zimmermann), Johann Andreas Wittmann (1734-1780, aus Knaudenheim, Schultheiß). Erwähnt werden sollen noch die später nach Philippsburg gewanderten Senatoren Nopp. Unter den Gastwirten finden wir die Familie Reiff. Der Rheinsheimer Fischer-Sohn Johann Petrus Bopp (1742-1817) wurde Büchsenmacher und auch sein Sohn Franz Peter (1797-1877) setzte den Beruf fort. Der Enkel Florian wurde dann Schlosser. Wohl auch aus einer Büchsenmacherfamilie Schmidt in Bayreuth stammt Johann Georg Schmidt (* 1858), der allerdings in die Gruppe der Eisenbahnmitarbeiter einheiratet. Der Büchsenmacher Albin Paul Klett aus Eishausen (* 1901) war Oberpostschaffners-Sohn. Zu den Eisenbahnmitarbeitern gehören die Weichenwärter Joseph Baumann, Johann Friedrich Eiselin, Anton Fischer, Johann Anton Hilbert, Michael Machauer oder Wilhelm Riedinger, meist von außerhalb. Joseph Baumanns jüngerer Bruder Karl wurde Reichsbahnobersekretär. In Rheinsheim finden wir noch den Bahnhofsvorsteher Anton Decker, den Bahnsekretär Matthias Rehm oder den Lokomotivführer-Sohn Nikolaus Jakob Recktenwald aus Bingen. Zur mobilen Bevölkerung gehören die Ziegeler und Ziegeleibesitzer Rothenberger. Genannt werden können auch die Zigarrenfabrikanten Alfred Rothenberger und Theodor Moch (aus Kronau). Manches typische vereinte Emil Rothenberg (1877-1947) in seinem Leben: Ziegeleiarbeiter, Rangierer, Bahnarbeiter, verheiratet mit Amalia Dammert, Fabrikarbeiterin, Bäckermeisterstochter aus Kronau. Erwähnt werden soll noch die Landwirtsfamilie Milch (1789-1900), der Bauschaffner Karl Philipp Lombardino (* ca. 1817, S.d. Franz Anton L., Gemeindeschreiber in Weingarten/Pfalz) und der Bildhauer Gustav Zieger (1874-1929, aus Rheinsheim). Das OFB korrespondiert inhaltlich dem 2011 erschienen OFB Huttenheim.

Lupold v. Lehsten, in: Genealogie 61. Jg., 2012, S. 89-90

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