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Die Erarbeitung von Ortsfamilienbüchern stellt zweifellos die bedeutendste Leistung der mitteleuropäischen Genealogen dar. Bisher haben die Familiengeschichts- und Heimatforscher Bücher von mehr als 2000 Gemeinden des deutschsprachigen Raumes drucken lassen, eine ähnlich große Zahl dürfte bereits in Form von Dateien, Familienkarteien oder handgeschriebenen Familienbüchern vorliegen und früher oder später gedruckt werden. Neben dem unmittelbaren Ertrag für die Familien- und Lokalgeschichte ist jedes neue dieser Bücher ein Baustein, mit der die Vision einer Sozial-, Wirtschafts- und Bevölkerungsgeschichte des historischen deutschen Siedlungsraumes auf der Grundlage von repräsentativen Stichproben aus einer großen Zahl von Ortsfamilienbüchern verwirklicht werden kann. Voraussetzung dafür ist aber eine entsprechende Qualität der gedruckten Ortsfamilienbücher, die auch hier im Kern des Buches, im Familienteil mit seinen 3570 Familien, erreicht worden ist.
Nachdem man den monumentalen Eindruck der 959 Seiten im A4-Format hat auf sich wirken lassen und Verfasser und Heimatverein dazu in Gedanken gratuliert, kann man sich doch einige kritische Anmerkungen nicht verkneifen. Hätte man kleinere Schrifttypen gewählt und zweispaltigen Satz, dann hätte sich der Umfang des Buches auf die Hälfte oder auf ein Drittel verringern lassen. Das Buch beginnt mit zwei dürren Grußworten; es fehlt aber eine Einleitung von wenigstens einer Seite über den Ort und seine Geschichte. Für jedes Ortsfamilienbuch obligatorisch ist ein Quellenverzeichnis, auch das fehlt.
Am Schluß steht ein alphabetisches Register aller Personen. Das Ortsregister ist – wie leider so oft – nicht mit den Familiennamen verknüpft. Wenn aber in einem Register ein Ort hundertfach und mehr aufgelistet ist und dahinter nur eine Seitenangabe oder eine Familiennummer, dann ist dieser Teil des Registers nur von geringem Gebrauchswert. Notwendig ist in einem Register stets die Verknüpfung von Ort mit Familienname, Familiennamen mit Ort, Beruf mit Familienname, wenn das Register zu einem guten Hilfsmittel werden soll.
Was nützt es, wenn Klaus Siefert, der Herausgeber der Reihe Badischer Ortsfamilienbücher und damit auch für dieses Buch zuständig, sehr gute Anleitungen verschickt, sie aber nur teilweise befolgt werden? Auch wenn es für die Gestaltung eines Ortsfamilienbuches viele gelungene Vorbilder gibt! Auch ein Verlag sollte sich da in der Pflicht fühlen.
Rezension von Volkmar Weiss am 22.07.2016 bei amazon.de