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Oberschönau

Titelblatt OFB Oberschönau

Uwe Scheerschmidt, Hans Dieter Kind, Ortsfamilienbuch Oberschönau im Thüringer Wald: (Personengeschichtliche Schriften. Sonderbände der GFF, Bd. 7), Taschenbuch: 372 Seiten, Verlag: Gesellschaft f. Familienforschung in Franken (1. April 2015), ISBN-10: 3929865645, ISBN-13: 978-3929865646,

Der Heimat ein Denkmal

Die Erarbeitung von Ortsfamilienbüchern stellt zweifellos die bedeutendste Leistung der mitteleuropäischen Genealogen dar. Bisher haben die Familiengeschichts- und Heimatforscher Bücher von mehr als 2000 Gemeinden des deutschsprachigen Raumes drucken lassen, eine ähnlich große Zahl dürfte bereits in Form von Dateien, Familienkarteien oder handgeschriebenen Familienbüchern vorliegen und früher oder später gedruckt werden, tausende weitere Gemeinden sind noch unbearbeitet. Wer seiner Heimat und sich selbst ein Denkmal setzen will, dem steht somit noch ein weites Betätigungsfeld offen. Neben dem unmittelbaren Ertrag für die Familien- und Lokalgeschichte ist jedes neue dieser Bücher ein Baustein, mit der die Vision einer Sozial-, Wirtschafts- und Bevölkerungsgeschichte des historischen deutschen Siedlungsraumes auf der Grundlage von repräsentativen Stichproben aus Ortsfamilienbüchern verwirklicht werden kann.

Ortsfamilienbücher des mitteldeutschen Raumes erscheinen heute zumeist in den Reihen 'Mitteldeutsche Ortsfamilienbücher der AMF' (bisher fast 100 Bände) oder 'Ortsfamilienbücher Mitteldeutschlands'. Wenn nun auch die Gesellschaft für Familienforschung in Franken, mit Sitz in Nürnberg, ein solches Buch für ein Dorf im Thüringer Wald herausbringt, dann staunt man und freut sich zugleich.

Das Buch im A4-Format, mit insgesamt 2657 Familien, macht mit dem zweispaltigen Druck des Familienteils einen sehr guten Gesamteindruck, der aber einige methodische und gestalterische Mängel nicht völlig überdecken kann. Ein schwerer methodischer Fehler ist nach Meinung des Rezensenten die Weglassung der abgewanderten Personen. Ebenso darf die Schreibweise der Familiennamen nicht vereinheitlicht werden, sondern die verschiedenen Schreibweisen und wann anders, das muß nachvollziehbar bleiben, da der Familiengeschichtsforscher nur auf diese Weise einen Sinn für die Veränderlichkeit der Namen bekommt, was im wiederum hilft, Tote Punkte seiner Forschung zu überwinden.

Sehr gut ist das Quellenverzeichnis. Das Buch umfaßt den Zeitraum 1672 bis etwa 1970, doch scheint das nirgendwo ausdrücklich angegeben zu sein. Die Register sind mangelhaft; es fehlt eine Verknüpfung der Familiennamen mit den Orten und umgekehrt und manches mehr.

Bei solchen offensichtlichen Mängeln, die leicht abzustellen wären, fragt man sich, warum die Frankfurter Zentralstelle, die seit Jahrzehnten nur Bandnummern und nichts weiter vergibt, es in der ganzen Zeit nicht fertiggebracht, bei der Vergabe ein Hinweisblatt mit zu versenden, in denen Gestaltungsanforderungen nachgelesen werden können. Und der so rührige Verlag, könnte er das nicht auch leisten oder einfordern?

Rezension von Volkmar Weiss am 08.12.2015 bei amazon.de

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