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Neviges

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G.-Alexander Fülling: Familienbuch der evang. Gemeinde Neviges, Solingen-Ohligs: Selbstverlag (G.-Alexander Fülling, Hackhauser Str. 7, 42697 Solingen-Ohligs), 1029 S., Word-Datei (ca. 13,5 MB),100,- Euro. 

In Neviges beginnen die reformierten Kirchenbücher 1633. Natürlich gibt es Lücken. Doch Alexander Fülling hat viel Zeit und Arbeit aufgewandt, um die Personen, die in Neviges und den Kirchenbüchern auftauchen, näher zu erforschen und die Kirchenbuchdaten zu ergänzen. Einige Einträge finden sich auch in Langenberg und Velbert (,die allerdings sehr viel später als Neviges beginnen). Ab 1785 bis 1817 existieren Kirchenbücher der lutherischen Gemeinde. Diese gingen vor der Gründung der Gemeinde in Neviges in die Langenberger Kirche, denn mit Langenberg gehörte Neviges zur Herrschaft Hardenberg, die im Besitz der Familien Bernsau, Schloßberg und Wendt war. Mit dem Ende der Eintragungen 1809 bzw. 1817 endet auch der Zeitrahmen der Darstellung, allerdings wurden nach Angaben im Vorwort aus Standesamtsregistern die Heiraten bis 1830 und die Sterbefälle bis 1845 mit aufgenommen, bisweilen aber auch darüber hinaus (s.u.). Dabei handelt es sich bei den Trauungen um das Proklamationsbuch und nur selten sind die Väter mit eingetragen. Für das OFB Neviges konnte der Verf. auf zahlreiche Vorarbeiten der umliegenden Orte zurückgreifen: Elberfeld (hier das Werk von Ursula Ernestus über die Elberfelder Einwohner 1649-1769), Cronenberg, Düssel, Gräfrath, Schöller, Wülfrath, dann Solingen, Haan, Wald, Gruiten, Mettmann, Langenberg und Hilden.

Die Familien sind alphabetisch sortiert, nach Zuname und Vornamen der Männer. Dabei fiel allerdings der Vorname Johann als Sortierkriterium aus. Außerdem wurden die Namen in der hochdeutschen Fassung berücksichtigt. Vielfach verdrängte der Hofesname den Zunamen und C/K, D/T, F/V usw. sollte man stets berücksichtigen. Da das Buch nur als CD-ROM zu haben ist, übernimmt die Suchfunktion im PC alle Register. Zu rühmen ist auch, daß der Verf. alle Unsicherheiten beim Lesen der alten Schriften zumindest mit den sicheren Buchstaben andeutet und mit "..." markiert.

Als Beispiel für den Aufbau der einzelnen Abschnitte soll VII.32 Theodor Wimmershoff (31) gelten. Für die Familie Wimmershoff findet sich eine kleine Familiengeschichte in dem Buch. Theodor Wimmershoff war katholisch, die angegebenen Daten sind: * Neviges 20., ~ 22.9.1808, † Hilden … (nach 1874), Holzschneider (1843), Tagelöhner in Hilden, wohnte 1840 aufm Bruch Nr. 348 1/2 , zu den Hülsen Nr. 265 ½ (1850); Er heiratete [nicht in Hilden, Düsseldorf o. Neviges] 18.5.1832 Maria Catharina Öhms, kath., * Bilk 4.1.1810, † … (nach 1874), T.d. Adolph Ö. u. Anna Catharina Neuhausen. Das Paar hatte 7 Kinder, die in Hilden geboren waren: 1. Wilhelm Reinhard, *12.01.1832 (vorehel.), † …; oo Hilden 11.12.1872 Wilhelmine Moureau, * 02.01.1825, †…, T.d. Karl M. u. Elisabeth Trappe; 2. Johann, * 07.05.1834, † …; 3. Wilhelmine, * 21.02.1836, † … 4. Gertrud, * ca. 1843, † 26.02.1843 (# 20); 5. Carl, * 12.05.1844, † …; 6. Catharina, * 15.02.1847, † …, Kleidermacherin und Manufacturmacherin; oo Köln 21.04.1874 (# 412) Wilhelm Urbach, * Godorf … 1829, † …, Zigarrenfabrikant zu Köln, S.d. zu Köln wohnenden Rentners Mauritz U. u.d. geschäftslos zu Hönningen † Anna Gertrud Engels, (er oo I. … Anna Catharina Lempertz); 7. Friedrich, * 12.06.1850, † 25.10.1850 (# 95).

Oder: Franz Bovensiepen, * … 1717, + 24.03.1772 (55 J.), Zimmermann aufm Königsberg; oo … (ca. 1745) Anna Gertrud Königsberg, ~ Wülfrath 22.11.1723, + Neviges 30.04.1779 (55 J.), T.d. Winand K. u. Agnes Heidt, (oo II. Velbert (luth.) 11.10.1772 Johann Georg Finckentey, Witwer). Kinder: - Anna Christina, ~ Wülfrath 07.02.1746 , konf. Neviges 18.04.1763, + ebd. 28.08.1809 (64 J.), TP: Wilhelm Scharpenstein; Moritz Bovensiepen; Anna Gertrud von der Bredden; Anna Christina von … (?) von der Eilicker Schmitten; oo 06.12.1767 Johannes Schlippköther, Holzschneider, S.d. Johann Henrich Sch./Langenberg. - Johann Wilhelm, ~ 29.01.1749, TP: Wilhelm Bovensiepen; Johannes von zur Mühlen; Elisabeth vom Thorn; Maria Catharina Euckey. - Irmgard Gertrud, ~ Wülfrath 02.02.1752, TP: Jacob Alsing; Anna Gertrud Erneputsch; Irmgard Scharpenstein. - Johann Adolph, ~ Wülfrath 08.12.1754, TP: Jacob Alsing; Anna Gertrud …mann. - Maria Catharina, ~ Wülfrath 30.04.1758, TP: N.N. oo Jacob an der … (?); Maria Wüsthoff. - Benjamin, ~ Wülfrath 23.10.1759 , + Neviges 30.07.1762 (2 J.), TP: Herr Dr. Cürten; Gerhard an Müllerbaum. - Ferdinand, ~ 25.03.1764 , + 26.09.1791 (27 J., 6 M., 1 T.), TP: Henrich Overloock; Anna Gertrud Albert; Elsa Catharina Weidtmann; Leinweber im Dorf, ledig. - Maria Gertrud, ~ 03.05.1767 , + 23.05.1767, TP: Johann Peter Schlipköther; Johannes Blomtrath; Johann Henrich Albert; Anna Maria Kocherscheid; Johann Peter Mutzbergs Ehefrau.

Unter den fast 5700 Fußnoten werden zwar meist die Paten gebracht, aber auch manche Auszüge aus weiteren Quellen ediert. Unter den zusätzlichen Quellen nennt Fülling u.a.: Die Handgewinnungen niederbergischer Höfe in der ehemaligen Herrschaft Hardenberg 1670 bis 1811, die Fritz Gerhard Kraft in den Jülich-Bergischen Geschichtsblättern (Jg. 1938) und in der Zeitschrift „Scholle und Schacht“ (1937) publizierte; die Nachlaßakten der Herrschaft Hardenberg im Landesarchiv Duisburg (Sign. Herrschaft Hardenberg, Akten Nr. Nachlässe 1 ff.); sowie die Regesten der Gerichtsprotokolle der Herrschaft Hardenberg von Eduard Schulte ab 1636 (die Protokolle sind ab 1561 im Depositum Crassenstein im LandesA Westfalen in Münster vorhanden). Und die Quellenauszüge sind das besondere des Buches. Für fast die ganze Einwohnerschaft im 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts bietet der Verf. eigentlich Materialsammlungen zu einer Familiengeschichte. Diese Fülle an Quellenmaterial hebt das Familienbuch weit aus den üblichen "Datenfriedhöfen" heraus.

Ausführliche Fußnoten, bisweilen halbe Familiengeschichten finden sich zu u.a. den Familien Ackermann, Altefeld, Aschbruch mit vielen Varianten, Baumeister (u.a. 'aufm Jägers Aschbruch'), Blomtrath, Bösgesdieck, Braumann, Brebeck, Bredmann/Bredtmann/uffer Bredden/Brettmann, Cohlendahl, Dahlmann. Eingefügt ist eine Abhandlung von † Eduard Schulte, Velbert (1987): "Die Inhaber des Hauses auf dem Dam in Neviges": Dahmen. Dellenbusch, Diergardt, Drenckmann/Drinckmann/uffer Drenck/op der Drencke/Fettmenger, Engmann, Esgen, Fingscheidt, Frisch, Fudickar, Gardermann, Graven/Graffen / am Brügel / am/vom Graben/Grafen, Grün, Grünendahl, Grünewald, Haber, Heegmann, Helsbeck, Hillebrandsberg, von den Höfen/uff der Höven, Höffgen, Hölter/aufm Holtz, Hölterhoff, Hölterscheid, Hohberg/Homberg, uffer Huff/Houg, Hüsken/Heusgen/Häuschen u.ä, Juristenfamilie Jacobi/Jacobs, Kaldenberg, Kalversiep, uffm Karrenberg, vorm Kirchhoff, Kitz, Knappertsbusch, Koch/Kochshausen, Kocherscheidt, Königsberg, Köster, Köttgen/auffm Kotten, Krämer/Kremers usw., Kraus, Kremberg, Krüdenscheidt/Kreudenscheidt, Krumbeck, Kruse, Kuhweidt, Langenkamp, Langensiepen, Lantermann, Laubach, Lehmann, Limberg/Leimberg, Lichtenscheidt, die Gerichtsschöffen-Familie Limbach, Locksiepen, Loh/Lohe/Löe, Lüneschloß/Lünesloth/Leunigsladt, Lüpgesberg, Meis, Moyses, zur Mühlen, Müller, Müsch/Müschenhaus, Mutzberg, Mutzholt, Nettelnbeck, Nieden/Nidden, Niederdreng, Oberstraten/Oberstraßen, Olmesdahl, Orth/Orthmann, Otterberg, Pasch, Pitters, Raucholl/Rauchholz, Rehbach, Reuter, Rollenbeck, Römer, Rübel, Scheidmann/vom Scheidt, von Scheven, Schickenberg, Schliengensiepen, Schlipköther/-kothen, Schmalenberg, Schmidt / uffr Schmitten usw., Schürbusch/Schürbüscher/Scheurbuscher, Schwagenscheidt, Schwartz, Siepen/Siepermann, Sillenberg/Sirrenberg/Sellenberg, Sombeck, Sondermann, Sonnenschein, aufm Sprung/Sprungmann (oder auch ' auf dem Sprung aufm untersten Leimberg ' oder 'im Sprunger Backhaus'), Steinberg, Stiefeling, die Jacobi-Verwandten Stiegmann/Stegmann, Stock, Stöcker/Stöckmann/Stöckermann, ... Straßen (von der/zur/zur obersten, Middel-, von der mittelsten, zur untersten, ...), Strücker/Halffmannsberg gen. aufm Titschhoff/Stricker, Suberg, Tackenberg, Theisgeshaus, Thiemen/Tiemeshoff/Tymeshoff, Timberg, Titzhoff, Trapmann, Tüsselmann/Düsselmann/Tuisselmann, Twingenberg/Zwingenberg, Vogelsang, Voß, Voßbeck, Weber, Weisenhaus, Wetter, Weyerstahl/Weyerstall/Weyersdahl/Weyersthal, Wichelhaus, von den Wieden, Wilckesmann, zu des Wilhelmshaus/Wilmshaus, Wimmershoff (für diese Familie findet sich auf S. 936-984 eine ausführliche Stammfolge / Familiengeschichte), Winnacker, Winkelsträter, Wolff, Wünnemann, Wüst/Wüstenhaus, Zedlitz (ein bürgerlicher Seitenzweig der schlesischen Adelsfamilie).

Vielfach sind Namensbildungen in dem Buch durch differenzierte Angaben aus den Quellen nachgewiesen. So finden sich Bildungen mit 'Ober-' z. B. bei Oberbei/Oberbeul, Oberberg/Overberg, Oberbossel, Obergieten, Oberholz, Oberländer, Oberlaubach, Obermann, Oberney, Oberstebirkenberg, Oberstehöfeld, Oberstraten/Oberstraßen, Obertüschen und Oberweg sowie weitere Variationen mit Offer/Over..., vor allem Overbeck, aber auch 'Ufer' und Varianten.

Zahlreich sind die Zuwanderer, z. B.: Caspar und Georg Paul Arthopoeus, Dr. med. Johann Georg Grimm (1731-1803) aus Hofgeismar; Johann Valentin Kayser (1740-1791) aus Frischborn/'Gfsch. Riedesel'; Johann David Ritter aus Hessen-Rheinfels, Kleidermacher in Langenberg Nr. 132, heiratet 1806 Johanna Elisabeth Hörster aus Langenberg und läßt 1808 eine Tochter taufen.

Aber auch viele Abwanderer sind verzeichnet: Kotzstadt, Margaretha Gertrud, ~ 22.01.1693 , + … (nach 1741), Paten: Johannes Kotzstadt; Margaretha im obersten Holt; Gertrud Maurmanns Witwe; sie reicht am 21.12.1711 ein Kirchenzeugnis in Düsseldorf ein; T.d. Dietrich uffr Kotzstadt / Kottstadt / Cotstatt, 1660-1731, u. d. Christina Stein / im Bungart / Poth / Baumgart; oo I. … Christian Ernst Barthut; oo II. Königsberg (Burgkirche) 17.06.1730 Daniel Ernst Andersch, * [Lissa ?] ... 1701, + Judtschen/Insterburg 14.12.1771, Pfarrer in Preußen, bei ihm war Immanuel Kant Hauslehrer. Bruder: Johann Bertram Kotzstadt, + 25.07.1727 (32 J.), im Haagdorn; oo 22.04.1726 Anna Catharina Kuhweidt, ~ 29.01.1709, + 14.12.1774 (71 J., 3 ½ M.), T.d. Peter K., (oo II. Mettmann 04.07.1728 Henrich Kolck; oo III. 27.06.1756 Johann Adolph Baumeister, Witwer.

Unter den Theologen in / aus Neviges sind zu nennen: Caspar Lüneschloß († 1613), Philipp Poppinghausen (aus Barntrup/Lippe, um 1580-1624), Johannes Koch / Cochius (aus Treysa, 1585-1655), der Sohn Christian Koch / Cochius (1633-1699), Gottschalk Dülcken (aus Elberfeld, 1633-1680), Peter Türck (aus Jülich, um 1659-1703), Johannes Rocholl (aus Radevormwald, 1669-1737), Friedrich Wilhelm Katterberg (aus Unna, 1688-1741), Philipp Wilhelm Beudel (aus Herborn, 1711-1783), Johann Ludwig Altgelt (aus Altenkirchen, 1747-1789), Peter Georg Dünweg (aus Wichlinghausen 1757-1808), Anton Hermann Nourney / Nournei (aus Moers, 1762-1834), Johann Peter Tönnes (aus Elberfeld, 1777-1803), Matthias Krall (aus Odenkirchen, 1782-1809). Behandelt werden auch: Georg Paul Arthopoeus (um 1590-1652, in Düssel), Johann Melchior Rohlingswerth/Rolinxwerd (aus Köln, 1653-1709), Wilhelm Raucholl/Kemper (1667-1730, in Wachenheim und Speyer), Bernhard Ludwig Natorp (1763-1848, in Gemen), Hermann Johannes (1711-1746, in Düssel), Peter David Batzenschläger (1771-1821, in Hilden). Ebenso gibt es Familien, aus denen Juristen stammen, die als Richter in Neviges und auswärts tätig waren, und für die Alexander Fülling wichtige Daten und bisweilen umfassende Genealogien beisteuert, u. a.: Hardung, Schramm, Schwartz, Jacobi, Steinberg, Limbach und (von) Zedlitz.

Für die Bewältigung der umfangreichen Arbeit, die mit umfassenden Sachkenntnissen geleistet wurde, kann man dem Autor gratulieren. Das Werk ist für die Familiengeschichtsforschung, die Regional- und Landesgeschichte und die Personen- und Sozialgeschichte ein Glücksfall.

Lupold von Lehsten für AfF - Archiv für Familienforschung

Hinweis: Weitere Informationen zu dem Familienbuch Neviges finden Sie hier.


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