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Mörlenbach II

Titelblatt FB Mörlenbach II

Eugen Weber, Familienbuch II. der Gemeinde Mörlenbach 1865 -1950, Mörlenbach: Selbstverlag 2013, geb., 946 S., 25 Euro beim Einwohnerservice im Rathaus (in 69509 Mörlenbach).

1994 hatte Otto Wagner das Ortsfamilienbuch für Mörlenbach vom 17. Jahrhundert bis 1875 vorgelegt. Das Buch ist – vermutlich wegen seiner damaligen Auflage – noch heute auf dem Rathaus günstig zu haben. Weil heute (20 Jahre später) „nur wenige ... noch die Namen ihrer Ur- oder Ur-UrGrgroßeltern (kennen)“ (so die Homepage der Gemeinde vor einiger Zeit), wurde der Ahnenforscher Eugen Weber beauftragt, einen Fortsetzungsband zu verfassen. Darin finden sich nun alle Ehen der Mörlenbacherinnen und Mörlenbacher und der Bewohner von Weiher. Die großen einheimischen Familien sind u. a. die Amend, Arnold, Bangert, Bartmann, Bauer, Berg, Dörsam, Eisenhauer, Emig, Falter, Gölz, Gräber, Gramlich, Guthier, Heckmann, Helfrich, Hohenadel, Jäger, Jöst, Kadel, Keil, Klein, Knapp, Kohl, Mader, Metz, Müller, Schäfer, Schmitt, Schütz, Stalf, Taufertshöfer, Trautmann, Unrath, Wagner, Weber und Wiegand. Im Vorwort wird mitgeteilt, daß für noch lebende Personen „aus Datenschutzgründen nur das Geburts-/Ehejahr, jedoch kein genaues Datum angegeben“ sei. „Nach 1950 geborene Kinder sind, soweit bekannt, aufgeführt, jedoch ohne Nennung von weiteren Daten.“ Allerdings werden alle diese Daten, die nur das Jahr betreffen mit beispielsweise „00.00.2013“ angegeben. Man kann sich vorstellen, wieviel Platz gespart worden wäre, hätte man die „00.00“ weggelassen. Das Buch beeindruckt durch die Fülle von Daten für 3973 Datensätze, die allerdings nicht alle Familien aus Mörlenbach betreffen (s. u.). In vielen Fällen werden auch die Übernamen und biographische Angaben gemacht. Noch mehr beeindruckt es durch seine Aktualität. Unter Nr. 1302 wird der Kronenwirt in Mörlenbach Wolfgang Helferich mit seinen Lebensdaten genannt: * Mannheim 16.11.1937, + Mörlenbach 8.9.2013. Das Buch wurde 2 Monate später vorgestellt! Das hat auch zur Folge, daß wohl ein PC-Ausdruck ohne weiterreichende Redaktion gedruckt wurde. Dieser behandelt nämlich Probanden, die mehrmals heirateten, in mehreren selbständigen Familieneinheiten. Das wird dann ärgerlich, wenn die gerade gerühmten ‚Historien’ zur Person länger ausfallen. So findet sich die gleiche Darstellung über Johann Eisenhauer, 1839-1928, Landwirt und Schankwirt „Zur Starkenburg“, der 1867 zuerst in New York seine erste Frau Eva Katharina Fink (auch aus Mörlenbach) heiratete, in der vorangehenden Einheit zur zweiten Ehe des Johann Eisenhauer (in Mörlenbach 1902) mit Barbara Dörr (aus Ketsch in Baden).

Eugen Bauer hat sich die Mühe gemacht, besonders viele Vorfahren und Angehörige der Heimatvertriebenen, die nach 1945 nach Mörlenbach zugezogen sind, aufzunehmen. Der vermutlich computerbedingte Umstand, daß nur Ehepaare aufgeführt werden, führt dann dazu, daß der in Mörlenbach 1951-53 tätige Pfarrer Franz Albrecht, der in Schmitten im Taunus geboren wurde und auch den Rest seines kurzen Lebens bis 1956 anderswo verbrachte, unter dem folgenden Eintrag zu finden ist. „<13> Albrecht – Erker / Ehemann: Albrecht, Franz, Dr., m., rk. / Fam-Daten: oo um 1900 / Bem.: In Schmitten im Taunus kein / Eheeintrag gefunden. / Ehefrau: Erker, Anna Katharina, f, rk. / 1. Kind: Albrecht, Franz, f,“ (kursiv durch den Rez.). Das letzte ‚f’ dürfte wohl ein Irrtum sein, vor allem aber hätte der Eintrag kurz heißen können: „Albrecht, Franz / S.d. Dr. Franz A. u.d. Anna Katharina Erkner“. So aber hat man ein Buch von 845 Seiten Daten und 80 Seiten Register. Es wäre wünschenswert, wenn eine derartige Darstellungsform nochmals überdacht und überarbeitet wird.

Über jedem Eintrag steht die lfd. Nummer und die beiden Geburtsfamiliennamen der Ehepartner. Allerdings sind die Artikel dann geordnet nach dem Zu- und dem Vornamen des Mannes. Das Ortsverzeichnis birgt einige Besonderheiten. Alle Ort, die heute in Polen liegen beginnen mit „PL-“, die ungarischen mit „H-“, die italienischen mit „I“ und die österreichischen mit „A“. Die Orte, die in der früheren Tschechoslowakei lagen, beginnen mit „CZ“. Ebenso wird mit Orten in der Ukraine („UA“) verfahren bzw. solchen, die in Yugoslawien („YU“) lagen (aber Vorsicht, es gibt auch „SER-“‚ für Serbien. Königsberg in Ostpreußen und Salingrad werden zusammen unter „RUS-“ aufgeführt. Der Ort Schönberg, zwischen Bensheim und Reichenbach gelegen, wird einmal als Bensheim-Schönberg, dann als Schönberg/Reichenbach behandelt. Nützlich ist die Liste des Ortsbetreffs „Im Krieg“, wo vielleicht Gefallene aufgelistet sind. Die hätte man gesondert an anderer Stelle im Buch vermutet. Aber Extralisten gibt es keine in dem Buch. Auch wird nicht erläutert, welche Quellen ausgewertet wurden und wo Vollständigkeit angestrebt wurde. Der in Nr. 839 genannte Bischof von Eichstätt hieß Franz Leopold Freiherr von Leonrod. Aber derartige Kleinigkeiten sollen nicht den Eindruck trüben, daß in dem Buch eine faszinierende Fülle von Daten über alle Personen zusammengetragen wurde, die von 1865 bis heute in Mörlenbach lebten und leben. Als Datensammlung für sozialgeschichtliche Auswertungen der Zeitgeschichte werden solche Veröffentlichungen noch immer selten genutzt.

Lupold v. Lehsten

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