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Mönchsdeggingen

Titelblatt OFB Mönchsdeggingen

Manfred Wegele, Ortsfamilienbuch für Mönchsdeggingen, Landkreis Donau-Ries mit Merzingen und Ziswingen. Stand 14.01.2016, Donaumünster 2016, 4°, geb., 984 S.

Die außerordentlich gewichtige (ca. 4,4 Kg!) Leistung von Manfred Wegele, der nebenbei auch noch u. a. Vorsitzender des Bayerischen Landesvereins für Familienkunde und stellvertretender DAGV-Vorsitzender ist, ein fast 1000 Seiten starkes Ortsfamilienbuch herauszubringen, wird nach seinen eigenen Angaben nur durch die Zusammenarbeit mit seiner Arbeitsgruppe der Ries- und Kesseltalforscher möglich. Die Schleichwege der Geschichte brachten es mit sich, daß in Mönchs-Deggingen (auch Döggingen usw.) zwar der Hauptort seit der Reformation durch die Grafen von Oettingen-Oettingen evangelisch war, aber zugleich auch katholische und jüdische Einwohner weiter dort lebten und ein Kloster fortbestand. Der Ort stand bis zum Ende des Alten Reiches (1806) unter der Hoheit des Bistums Bamberg. Die Herren von Hürnheim und die Grafen von Oettingen hatten die Vogtei inne. Zwar kam die Vogtei über das Kloster an die katholische Linien Oettingen-Wallerstein, aber das Dorf an die evangelische Linie Oettingen-Oettingen. So kam es, daß bei der Reformation das Kloster unangetastet bestehen blieb - ja sogar eine herrliche Rokoko-Wallfahrts-Kirche erbaute, aber nun als Patronatsherr den evangelischen Pfarrer bestellte. Seit der Aufhebung 1802 war die Missionskongregation der Mariannhiller Missionare im Kloster. Im vorliegenden Buch werden die katholischen Einwohner von Maria Hurler (S. 771-900) und auch die Begrabenen des jüdischen Friedhofs gebracht (901-914). Nach den schweren Bevölkerungsverlusten im Dreißigjährigen Krieg wurden ab 1674 Juden aus Pfalz-Neuburg angesiedelt. Die jüdische Gemeinde wanderte allerdings Ende des 19. Jahrhunderts vollständig ab und löste sich auf. Vorhanden sind noch ein Haus von 1542, daß bis 1734 als Synagoge diente, und die Mikwe. Ziswingen gehörte bis 1972 als Oettingensches Dorf zum Amt Alersheim.

Ein umfangreiches Kapitel über "Auswärtige und Einzelpersonen, die nicht zugeordnet werden konnten" lädt zum Weiterforschen ein (S. 915-942). Die Jahrgangs-Statistik der Kirchenbucheinträge wurde mit wichtigen chronikalischen Angaben zu Epidemien angereichert. Die Seiten 950 bis 984 nehmen das Namensregister (Adligen unter "von ....") und das Ortsregister ein. Wie schon bei den bisherigen Ortsfamilienbüchern des Autors üblich, enthält ein umfangreicher Einleitungsteil mit zahlreichen Abbildungen eine Auflistung aller bemerkenswerten Umstände, die im Laufe der Geschichte in die Kirchenbücher eingetragen wurden, und Listen zu Berufen. Diese sind bieten eine wichtige sozialgeschichtliche Auswertungsmöglichkeit. Erläutert werden zunächst Bauern - Söldner - Leerhäusler und Hausgenossen, dann Hirten, Handwerker, die medizinische Versorgung und die Todesursachen. In Listen genannt werden Personen zu Amtsknecht/Amtsdiener, Ärzten (ab 1836: Schweitzer, Dr. Schmiedigen, Dr. v. Lips, Dr. Stelzle, Dr. Heßler, Dr. Mai, Dr. Model usw., Dr. Rabus, Dr. Roderus, Dr. Brand, Dr. Heinrich Bomhard), Bader, Bäcker, Binder/Büttner/Küfer, Bürgermeister/Ortsvorsteher in Merzingen: Johannes Hubel, Johann Georg Bonn, Johannes Bonn, Friedrich König; in Ziswingen: Georg Matthäus Schreitmüller, Bernhard Bergdolt, Johann Kaspar Ruf, Bernhard Schneider; in Mönchsdeggingen: Johann Caspar Reißner, Georg Matthäus Meyer, Johannes Schüle, Kaspar Besel, Kaspar Baur, Friedrich Mühlleitner; Dachdecker, ein Drechsler Heinrich Deiner, ein Federnfabrikant Johannes Reißner, Flurer, Forstknechte/Jäger, Forstmeister/Forstamtsvorsteher, der Friseur Friedrich Löspinger, der Glaser Georg Stephan Schmidt, die Hafner Johann Georg Oesterlein und Georg Christian Goschenhofer, Hebammen (Ursula Brendlein, Catharina Schweyer, Praxedis Abele, Elisabeth Forster, Maria Rahel Scherer, Eva Kniewasser, Maria Barbara Scherer, Maria Katharina Graf, Maria Margaretha Dörrwanger, NN. Offenhäuser - Geburtshelfer von Nördlingen, Regina Autenrieth aus Balgheim, Catharina Schröttle, Katharina Offenhäuser, NN. Grollin, Anna Maria Leipold, Anna Maria Preu, Katharina Strauß aus Untermagerbein, Johanna Kießling, Katharina Stippler aus Augsburg, Rosina Deffner), Hirten, Holzschlagmeister, Keßler, Kramer, Kretzenmacher, Maurer, Metzger, Müller, Musikant, Pfarrer (unter den 'Ortsfamilien' werden behandelt: Superintendent Thomas Ulrich Beck/Pistorius, Superintendent Christoph Cyrus, Gerson Lehner/Loehner, Reichard König, Hieronymus Liebhäuser, Christian Spradler, Konrad Wiedemann, Christian Jacob Moll, Johann Tobias Henneus, Johann Friedrich Müller, Superintendent Samuel Friedrich Haas, Georg Christian Vogelsang, Johann Benedikt Schlegel, Johann Hermann Muntscher, Johann Jacob Friedrich Haas, Johann Constantin Lang, Johann Albrecht Heinrich Vogelsang, Friedrich Wilhelm Winkelmann, Heirnich Jakob Christoph Lindner, Wilhelm Gottfried Dachauer, Johannes Rabus, Christian Feiedrich Langenfaß, Karl Paul Leonhard Schüchner, Michael Schwab, Adolf Stürzenbaum, August Stählin, Wilhelm Pohlmann, Georg Feldmeier, Hans-Gerhard Reutner), Postillon/Postbote, Säcklermeister, Salpeter-Sieder, Schäfer, Scherenschleifer, Schlosser, Schmied, Schneider, Schreiner, Schuhmacher/Schuster, Schulmeister/Schulleiter (unter den 'Ortsfamilien' werden behandelt: Wolfgang Hertle, Veit Kirchbauer, Georg Thomas Goltsch u. Johann Matthäus Goltsch, drei Mitglieder der Familie Stiefel, Johann Georg Philipp Kohl - von Heroldingen, Johann Leonhard Raab - kam aus Wörnitzostheim, der Raab-Schwiegersohn Konrad Wüst, Wilhelm Klingler und Julius Kavasch), Tuchtrager, Vogt/Präfekt, Wagner, Weber, Wegmacher, Wirt/Brauer, Zimmermann und Zoller.

Die 'Ortsfamilien' werden in alphabetisch sortierten Abschnitten von Einzelfamilien vorgestellt. Diese beinhalten alle Angaben, die aus den zahlreichen ausgewerteten Kirchenbüchern zu erheben waren, aber auch Daten, die aus der Arbeitsgruppe Ries und Kesselthal von Nachbarort-Bearbeitungen stammen - und natürlich aus zahllosen Archivalien in den Oettingenschen Archiven auf Burg Harburg. Die großen Familien sind: Wiedemann, Ulrich, Thum, Strobel, Strauß, Stiefel, Schweyer, Schweitzer, Schüle, Schreitmüller, Schmiedigen, Schmid/Schmidt/Schmied, Schäfer, Ruf/Ruff, Roderus, Reißner, Rau/Rauch/Rauh, Pfister, Müller, Moll, May/Mayer/Meyer/Meier, Metzger, Linder, Lang, Kopp, Klingler, Kießling, Jäger, Hubel, Herrmann, Herrle, Heider, Gruber, Graf, Gnugesser, Geiß, Ganzenmüller, Fürnrohr, Frisch, Engelhard, Eberhardt, Döbler, Deffner, Darm, Bühler, Bonn, Böhm, Bernhard, Bergdolt, Beck, Bautenbacher, Bauer, Baumgärtner, Bader, Arnold und Albrecht. Diese Veröffentlichung beeindruckt also erneut nicht allein durch ihr Gewicht, sondern auch die sorgfältige umfassende Auswertung und Präsentation der Daten.

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