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Wer seiner Heimat und sich selbst ein Denkmal setzen will, dem steht als Familiengeschichtsforscher oder Heimatforscher in Mitteldeutschland noch ein weites Betätigungsfeld offen. Von dem Arbeitsstand des Saarlandes oder Ostfrieslands, wo für die Mehrzahl der Gemeinden bereits ein gedrucktes Ortsfamilienbuch vorliegt und die Vereine systematisch die Bearbeiter ansetzen, um die bestehenden Lücken auszufüllen, von einer solchen Situation sind wir, weil von 1940 bis 1990 bei uns ja kaum solche Bücher gedruckt werden konnten, in Mitteldeutschland noch weit entfernt. Um so löblicher die Aktivitäten des Saale-Unstrut-Projekts, zu dem das hier vorgelegte Buch gehört. Insgesamt sind bisher Ortsfamilienbücher für 38 Orte geplant, von denen 24 bereits als Dateien vorliegen, 11 als gedruckte Bücher, so aus einer Seite hinten ersichtlich. Bei so einer Massenproduktion ergibt sich selbstverständlich die Frage nach der Qualität der Arbeit und der Qualitätskontrolle.
Denn einige kritische Anmerkungen lassen sich leider nicht vermeiden. Ortschronik und Ortsfamilienbuch – zwei Fliegen auf einem Streich, so gut gelingt das nicht. Das Buch enthält nur 663 Familien und der bearbeitete Zeitraum von nur 56 Jahren ist für ein selbständiges gedrucktes Ortsfamilienbuch eigentlich viel zu kurz. Darüber hinaus sind statistische Auswertungen auf so schmaler Datengrundlage, die sich noch dazu in jedem dieser schmalen Bücher wiederholen, einfach überzogen und überflüssig. Man muß stattdessen eine wissenschaftliche Auswertung auf der Grundlage zahlreicher Bücher anstreben und später getrennt veröffentlichen. – Die Register könnten deutlich durch die Kombination Familiennamen mit Orten und Orten mit Familiennamen gewinnen.
Rezension von Volkmar Weiss am 29. November 2015 bei Amazon.de.