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Die Erarbeitung von Ortsfamilienbüchern stellt zweifellos die bedeutendste Leistung der mitteleuropäischen Genealogen dar. Bisher haben die Familiengeschichts- und Heimatforscher Bücher von mehr als 2000 Gemeinden des deutschsprachigen Raumes drucken lassen, eine ähnlich große Zahl dürfte bereits in Form von Dateien, Familienkarteien oder handgeschriebenen Familienbüchern vorliegen und früher oder später gedruckt werden, tausende weitere Gemeinden sind noch unbearbeitet. Neben dem unmittelbaren Ertrag für die Familien- und Lokalgeschichte ist jedes neue dieser Bücher ein Baustein, mit der die Vision einer Sozial-, Wirtschafts- und Bevölkerungsgeschichte des historischen deutschen Siedlungsraumes auf der Grundlage von repräsentativen Stichproben aus einer großen Zahl von Ortsfamilienbüchern verwirklicht werden kann. Voraussetzung dafür ist aber eine entsprechende Qualität der gedruckten Ortsfamilienbücher.
Ein methodischer Erfahrungsbericht am Anfang macht dieses Buch über den unmittelbaren Nutzerkreis hinaus besonders wertvoll. Zuerst soll man die Heiraten in die Computermaske eintragen, rät der Verfasser. Der Familienteil selbst ist zweispaltig gedruckt, die Schrift dadurch ziemlich klein, das Schriftbild dennoch übersichtlich. Ein Druck im A4-Format wäre noch besser gewesen, das Format war aber sicher durch die Reihe vorgegeben.
Wenn in einem Register ein Ort, ein Familienname oder ein Beruf hundertfach und mehr aufgelistet sind und dahinter nur eine Seitenangabe oder eine Familiennummer, dann ist dieser Teil des Registers ziemlich wertlos und überflüssig. Denn ehe man die mehr als hundert Verweise einzeln aufgeschlagen hat, hat man auch schon das gesamte Buch durchgeblättert. Notwendig ist in einem Register stets die Verknüpfung von Ort mit Familienname, Familiennamen mit Ort, Beruf mit Familienname, wenn ein Register zu einem handhabbaren Hilfsmittel werden soll. Warum ist das so schwer zu begreifen und nachzuvollziehen, wenn es dafür gelungene Vorbilder und Anleitungen gibt? Diese Kritik an den Registern hier gilt für sehr viele Ortsfamilienbücher, ohne auch in diesem Falle die Gesamtleistung - denn dafür die fünf Sterne - entscheidend zu mindern.
Rezension von Volkmar Weiss am 26. Dezember 2015 bei amazon.de