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Jedes neue Ortsfamilienbuch bedeutet einen neuen Baustein zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der engeren und weiteren Heimat, noch dazu wenn es sich um Dörfer im Geiseltal handelt, die mit der Braunkohle abgebaggert worden sind. Aber daraus ergibt sich auch das Problem dieses Buches, es will Ortschronik sein und zugleich Ortsfamilienbuch. Nach Erfahrungen in anderen Gegenden empfiehlt es sich aber, beide Vorhaben in getrennten Bänden unterzubringen. In Ortsfamilienbüchern belasten statistische Details über die einzelnen Jahre nur Text und Umfang. Auch wäre zu prüfen, ob sich der Text des Ortsfamilienbuches nicht noch kompakter drucken ließe, mit weniger weißen Freiräumen, um dadurch Umfang und Preis des Bandes zu verringern. Ein Abschnitt über Urgeschichte und Archäologie, so gut er inhaltlich auch sein mag, gehört nicht in ein Ortsfamilienbuch.
Unabhängig von diesen kritischen Anmerkungen besticht der vorgelegte Band durch seine Kompaktheit. Hinter ihm steht ein Verlag, dem es gelingt, ein solches Buch mit derart guter Ausstattung zu einem angemessenen Preis anzubieten. Besonders lobenswert ist die Zusammenarbeit mit dem Archiv der Kirchenprovinz Sachsen in Magdeburg, das derartige Ortsfamilienbuch-Vorhaben in vorbildlicher Weise unterstützt.
Mit den verschwundenen Dörfern sind auch die Menschen in ihnen zerstreut worden und ihr Sinn für Heimat. Ihre Nachkommen als Käufer für dieses Buch zu gewinnen, das ist nicht einfach. Desto größer meine Hochachtung für Verfasser und Verlag, denen weit mehr Aufmerksamkeit für diese Arbeit gebührt, als sie bisher gefunden haben.
Rezension von Volkmar Weiss am 21. Januar 2014 bei Amazon.de.